Wirtschaftsforum Székesfehérvár: Wettbewerbsfähigkeit und Planbarkeit sind zu den Schlüsselfragen der ungarischen Industrie geworden
Globale wirtschaftliche Turbulenzen, Energiepreise, Wechselkursrisiken sowie Veränderungen im innenpolitischen und wirtschaftlichen Umfeld standen im Mittelpunkt des Wirtschaftsforums Székesfehérvár, das von VIDEOTON bereits zum siebten Mal organisiert wurde.
Traditionell suchten die führenden Akteure der Industrie des Komitats Fejér bei der Veranstaltung gemeinsam nach Antworten darauf, wie sie sich an das sich rasch verändernde wirtschaftliche Umfeld anpassen können.
Das Forum wurde von Dr. András Cser-Palkovics, dem Bürgermeister von Székesfehérvár, eröffnet, der betonte, dass der Erfolg der Stadt und der Wirtschaft untrennbar miteinander verbunden seien. „Die Zusammenarbeit zwischen Stadt und Wirtschaft stärkt beide Seiten. Székesfehérvár kann sich nur dann entwickeln, wenn die Wirtschaft wettbewerbsfähig bleibt“, sagte er.
Die einleitenden Vorträge wurden von den CEOs der VIDEOTON-Gruppe gehalten. Ottó Sinkó wies darauf hin, dass der globale Wettbewerb heute zwischen Kontinenten stattfindet, während exportorientierte Unternehmen zunehmend durch den starken Forint und ein unvorhersehbares Geschäftsumfeld unter Druck geraten. „Der aktuelle Eurokurs ist für Unternehmen äußerst ungünstig“, betonte er und fügte hinzu, dass VIDEOTON in diesem Jahr mit stabiler Geschäftstätigkeit rechnet, jedoch nicht mit Wachstum.
Co-CEO Péter Lakatos erklärte, dass die aktuelle Situation die Unternehmen zu Anpassung und einem Wandel der Einstellung zwinge, wozu insbesondere Effizienzsteigerungen gehören. In den vergangenen Jahren wurden die finanziellen Ergebnisse der Unternehmen durch den Wechselkurs begünstigt; „jetzt besteht die Möglichkeit zu beweisen, dass wir wettbewerbsfähig sind“, sagte er. Er betonte, dass Europa und Ungarn auf eigene Ressourcen und Effizienz setzen müssen, wenn sie im globalen Wettbewerb bestehen wollen.
Der makroökonomische Ausblick des Forums wurde von Dávid Németh, Chefanalyst der K&H Bank, vorgestellt. In seinem Vortrag sagte er, dass die Auswirkungen globaler Kostenschocks auch in Ungarn spürbar werden dürften und die Inflation bis Anfang 2027 auf über 5 % steigen könne. Für das laufende Jahr erwartet er ein BIP-Wachstum von 1,5 %, während seiner Ansicht nach „der Markt zu optimistisch geworden ist“ und weiterhin viele wirtschaftspolitische Fragen offen sind. Nach Einschätzung des Experten könnte bei einem glaubwürdigen Euro-Einführungspfad langfristig ein Euro bei einem Wechselkurs unter 350 eingeführt werden.
Regionale Wirtschaftsführer: vorsichtiger Optimismus
In der abschließenden Podiumsdiskussion teilten Führungskräfte bedeutender Industrieunternehmen der Region ihre Erfahrungen. Die Teilnehmer waren sich einig, dass Energiepreise, Wechselkursschwankungen und mangelnde Planbarkeit derzeit die größten Herausforderungen für die ungarische Industrie darstellen. Insgesamt herrschte jedoch vorsichtiger Optimismus: Die meisten Unternehmen bereiten sich auf einen stabilen Betrieb vor, während die Steigerung von Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit in den kommenden Jahren als wichtigste Aufgabe gilt.